Beitrag vom 18 January 2010
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Global Agenda verspricht, eine actiongeladene Mischung aus einem „klassischen“ MMO und teambasierten Shootern wie Team Fortress auf Basis der Unreal 3 Engine zu sein. Entwickelt und herausgegeben von den mir bislang unbekannten „Hi-Rez Studios“ wurde ich durch die bei Steam geschaltete Werbung und amüsante Versprechen wie „No Elves“ auf das Spiel aufmerksam. Angeboten werden nach Release zweierlei Spielmodi, je nachdem, wie weit man seinen Geldbeutel öffnet: Kauft man nur das Spiel, so muss man auf einige Features verzichten, allen voran den in der Werbung hochgelobte AvA-Modus, in dem wohl Spieler in Allianzen aus aller Welt miteinander um wertvolle virtuelle Ressourcen rangeln. Will man weltweit mitmischen so kommt eine monatliche Gebühr dazu.
Zur Zeit läuft aber noch bis Anfang Februar die Final Beta-Phase, die Server sind nicht rund um die Uhr online und ich bin nicht sicher, welche Spielmodi aktiv sind und welche nicht.
(Kleine technische Anmerkung: Da ich es nach einigem hin- und herprobieren nicht geschafft habe, in den Blog eine passabele Gallerie einzubauen, habe ich die dazugehörigen Bilder bei Flickr hochgeladen. Der Link zur Galerie mit deutlich mehr Bildern als hier im Text ist im Logo-Thumbnail oben versteckt oder ihr klickt => hier < = . Wenn man dazu noch “Info einblenden” anklickt kann man auch die Bildtitel und -kommentare sehen, ein Klick auf den “Pause”-Button unten links lässt das automatische Weiterlaufen stoppen)
Story
Wir schreiben das Jahr 2155 und die Menschheit hat den 3. Weltkrieg überlebt. Die menschliche Freiheit hat scheinbar nicht so viel Glück, alle Macht liegt bei dem übermächtigen Commonwealth, die natürlich die Bösen sind.
Nur ein kleines Dorf unbeugsamer
Die Rebellen verschanzen sich auf einem Eisplaneten bis
Von ihrem Versteck in der Kanalisation aus
Die wackeren, aufrechten Streiter für Recht und Ordnung bedienen sich, da ein offenes militärisches Herausfordern des Commonwealths unmöglich erscheint, kleiner Elite-Kommandotrupps.
Und eben da setzt unsere „Geschichte“ ein. (Wobei ich noch nicht ganz sicher bin, ob denn wirklich eine Geschichte nach dem Tutorial existiert)
Doch zunächst muss man sich natürlich sein virtuelles Lichtdouble erstellen, das man durch die Gegend scheuchen kann.
Charaktererstellung
Zur Auswahl stehen 4 Klassen, die später durch verschiedene Punktverteilungen in je 3 Talentbäumen den eigenen Spielvorlieben angpasst werden können wenn man das Tutorial einmal hinter sich gelassen hat- soweit nichts neues.![]()
Die Spieler rekrutieren sich aus den Klassen Robotics, Medic, Recon und Assault, jeweils in Variation Männlein und Weiblein verfügbar.
Robotics sind die Tüftler, die mit Türmen, Drohnen und aufstellbaren Schilden wohl in der Lage sind, recht passable Punktverteidigung und Rückzugsmöglichkeiten für Verbündete zu liefern.
Medics sind die Heiler, die für das leibliche Wohl der Gruppe sorgen. Laut Infotafel bei der Generierung sind sie aber auch in der Lage, ihre „Heilkunst“ in Form von Vergiftungen am Gegner ins Gegenteil umzukehren.
Recons sind die schnelle Stealth-Klasse, die, frei nach dem Motto „Tarnen, Täuschen und verpissen“ eher für Fallen und Überraschungsangriffe zuständig sind.
Assaults sind schliesslich die „Heavy Weapon Guys“, die mit dicker Rüstung, noch dickerer Knarre und dem Einfühlungsvermögen eines Backsteins die Speerspitze der Gruppe bilden.
Soweit also nichts revolutionäres, wir haben Tank-, Heiler-, Supporter und Damage-Klassen.
Nachdem eine Klasse gewählt wurde, kann man das virtuelle Ich selbstverständlich noch etwas verfeinern- zumächst wird aus ca. 23 Köpfen eine grobe Vorauswahl getroffen, die dann noch nach Belieben abgeändert werden kann.![]()
Namen bekommen die Alter Egos allerdings keine, man hat einen „Accountnamen“, der generell für alle Charaktere gilt. Dieser muss bei Erstellung des Accounts gewählt werden, darf ärgerlicherweise weder Zahlen, noch Sonderzeichen enthalten und muss freilich weltweit einmalig sein, was einige Kreativität oder ein stumpfes Bedienen der Tastatur mit der Stirn oder der flachen Hand erfordert.
(Amüsantes Schmankerl am Rande: Aus diesem Grund wird den Vorbestellern ein „Pre-Release Name Register Event“ angepriesen, damit man die Chance hat, doch noch als ROXXOR o.Ä. spielen zu können
)
Create geklickt und dann geht’s schon fast los. Server scheint es, zumindest in der Beta, nur einen zu geben, jedenfalls wird nicht danach gefragt wo man spielen möchte. Lediglich die Frage, ob man das Tutorial durchleben möchte oder nicht trennt einen jetzt noch vom eigentlichen Spiel.
Die Einführung und Hintergrundgeschichte ist übrigens für alle 4 Klassen identisch, wählt man die „Skip“-Option so landet man automatisch in der ersten Stadt und auf Stufe 5. Will man also nicht in einer WIRKLICH sicheren Umgebung seine ersten Fähigkeiten austesten so macht es eigentlich keinen Sinn, es mehr als einmal zu absolvieren.
Tutorial
Ein knappes Intro informiert in einer Cutscene, die offensichtlich dramatisch daherkommen soll, dies effektiv aber nicht so recht umzusetzen vermag, über die Umstände des 22. Jahrhunderts und wie wir in das Ganze hineinpassen. Wir erinnern uns: Commonwealth gross und böse, Rebellen wenige und gut. Auch hier wieder mal überraschende Ansätze.
Da das Commonwealth die Rebellenattacken natürlich so nicht auf sich sitzen lassen will wird flugs ein eigenes Elite-Umerziehungsprogramm aus dem Boden gestampft, als dessen Teilnehmer man seinen Einstand gibt. Ob freiwillig oder nicht bleibt dabei allerdings offen, Tatsache ist wir schwimmen in einem Umerziehungstank.![]()
Ein 4-Mann-Team der Rebellen dringt mit dem Ziel, die hilflosen Erzbösewichte in spe zu befreien, in die Einrichtung ein, und wird im Gefecht mit den CW-Truppen direkt vor dem Aquarium, das bis dahin unser wohliges Heim war, aufgerieben. Da auch die CW-Jungs das Zeitliche gesegnet hat und zu allem Überfluss auch noch der Tank kaputtgegangen ist steht man nun allein und barfuss auf weiter Flur, als sich ein Funksignal meldet, das einem einen Fluchtweg verspricht. Sollte das noch nicht Anreiz genug sein, so zeigt einem eine Reihe dicker, blauer Pfeile, wo es lang geht.
Gesteuert wird wie üblich mit WASD, umschauen und Zielen erfolgt mit der Maus, was aber zu diesem Zeitpunkt nur begrenzt Sinn macht, da man unbewaffnet ist.
Was die Grafik angeht.. nunja, irgendwie lässt mich die Vermutung nicht los, dass „Hi Rez Studios“ diesen Namen gewählt haben um zumindest irgendwie etwas hochauflösendes produziert zu haben. Ehre machen sie ihrem Namen jedenfalls nicht wirklich, selbst bei einer Auflösung von 1680×1050 und maximalen Details kommt man sich wie in einem Spiel, das schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, vor. Vorteil ist, dass es absolut ruckelfrei läuft.![]()
Rechts gedreht, rauf die Rampe, einem Gang gefolgt, über ein paar Röhren gesprungen und einen Zaun geklettert und man findet sich in einem Aufzug wieder, der praktischerweise eine Etage tiefer im Jetpacklager hält, wo man sich automatisch aus einer Auswahl von 4 Raketenrucksäcken den zur eigenen Klasse farblich passenden aussucht.
Nun kann uns die Schwerkraft mal gern haben, wir sind der Rocketeer! Leider hält die Tankfüllung, die gleichzeitig auch Waffenenergie ist, aber nur knappe 5 Sekunden und erreicht beim senkrechten Aufsteigen eine schwindelerregende Höhe von mindestens 4 Metern. So oder so reicht es, um über die nächsten Hinternisse hinweg zu kommen. Schon stolpert man in den nächsten „Supply Room“, in dem diesmal 4 Nahkampfwaffen- Äxte, Schwerter und Keulen, die das Commonwealth offenbar dem Aussehen nach von den Powerrangers konfisziert haben muss- in einem Spind hängen. Auch hier haben wir keinen Einfluss darauf, welches Schweinderl wir denn gern hätten, es wird genommen was im Arbeitsvertrag steht.![]()
Wo wir die Keule nun schon haben können wir sie ja gleich mal ausprobieren: was liegt da näher als ein paar passiv herumrennende Sicherheitsdroiden zu Schrott zu verwandeln? Da diese nur einen Schlag aushalten, metzelt man sich fröhlich voran. Nebenbei bekommt man verkündet, dass Angriffe aus dem Rücken die Feinde stärker beschädigen und dass man mit Rechtsklick einen schadenmindernden Schild aus der Nahkampfwaffe ausfahren kann. Warum die Gegner sterben, wenn sie gegen meinen Schild hauen weiss ich nicht. Rückkopplung oder so.
In bester MMO-Manier nutzt das Spiel, was ab hier klar wird, eine „entweder-oder“-Taskbar mit Zahlen von 1 bis 8. Nahkampfwaffe ist die 1, Knarre die 2, Spezialknarre die 3, Jetpack die 4 und so weiter. Abheben per Jetpack wenn man schon eine Keule in der Hand hat? Nein, man hat doch eine Keule in der Hand!
Vorfolgt von aus dem Nichts auftauchenden, wild um sich schiessenden CW-Robotern findet man sich ein paar Gänge später auf einer Terasse wieder, von der man in einer weiteren Cutscene, auf Rat vom (weiblichen) Männlein im Ohr hin, hinab stürzt.
Unten kracht man sich durch eine Scheibe und – oh Zufall- landet in einem Schusswaffenlager in dem es –wer hätte es erraten?- 4 verschiedene Waffen gibt. Wer jetzt noch richtig tippt, ob man sich wohl eine Wumme aussuchen kann, der bekommt einen Keks.![]()
Schnurz, wir haben eine Knarre, unendlich Ammo und nichts zu verlieren- durchladen und draufhalten ist das Motto des Tages! Ob einem da nun kleine todessternartige Drohnen, Androiden oder harmlose, Deckung suchende Arbeiter vor die Flinte kommen ist egal, Erfahrung gibt es in keinem Fall.
Fröhlich metzelt man sich, stets angetrieben von der kleinen Frau im Ohr, die nach 2 Sekunden stillstehen quängelt, man müsse mal schneller machen, durch die recht eintönige Büro/Forschungsatmosphäre bis man schliesslich zu einer orangenen Energiebarriere in einem Torbogen kommt.
Dies sei eine Monoirgendwasbarriere die aus irgendeinem Grund vom CW in Gebäuden aufgestellt werde, erklärt das freundliche Navi über Funk. Klartext: Hier kommt eine Bossarea, nochmal durchatmen und sich mental vorbereiten.
Der erste Miniboss ist ein raketenspuckender Roboterklotz, der dem eigenen Waffenfeuer aber nicht viel entgegenzusetzen hat und nach wenigen Sekunden darniedersinkt.
Zeit zum Triumphieren bleibt allerdings keine, da man sich darauf besinnt, dass wir ja auf der Flucht sind. Scheinbar ist es zumindest um 2155 so, dass die Bahn eine zuverlässige (und mit nem Raketenrucksack auf dem Rücken auch bezahlbare) Reisemöglichkeit ist und so wird, als an der Bahntrasse neben dem Bossbalkon grade ein ICE Mk5 vorbeidonnert, kurzerhand der Jetpack gezündet . In bester Westernzugmanier hält man sich am Dach fest und erreicht so das andere Ende der Stadt. Dort warten (oh Schreck) 3 kleine Flugroboter als Strassen- bzw. Dachsperre, so dass man lieber abspringt.
Ab hier geht es recht eintönig weiter- man ballert sich über Dächer, springt über Abgründe, ballert und springt, ballert und… findet zwischendurch tatsächlich mal etwas zum Anziehen, so dass der Avatar nun nicht mehr barfuss durch die Gegend laufen muss. Nebenbei werden ein paar neue Fähigkeiten, die mit einem Cooldown versehen sind, eingeführt. Für das Vorankommen benötigt werden sie allerdings nicht.
Sollte man tatsächlich mal wenig Lebensenergie besitzen so sucht man sich eine ruhige Ecke und nutzt das REST-System. REST steht hierbei für “Rapid Ephidermal Irgendwas Technology” und ist, abgesehen von einem recht lahmen Wortspiel, effektiv eine „50% Geschwindigkeit, nimmt mehr Schaden während des channelns“-Lebensregeneration die für ein paar Sekunden anhält.![]()
Nach kurzem Ausflug (im wahrsten Sinne des Wortes) über die Dächer landet man letztendlich in einem Raum, in dem ein Schwertschwinger in schwarz-orangener Rüstung vor uns auftaucht, herumstolziert und verkündet, dass wir unsere Chance auf Umerziehung vertan hätten und er dies jetzt korrigieren werde. Keinesfalls habe er aber Spass daran, uns nun zu beseitigen.
Sollte er das sogar schaffen, so hat das Großmaul dennoch keine lange Freude daran, da wir ohne irgendwelchen ersichtlichen Nachteile direkt vor dem Bossraum respawnen und die Lebensenergie des Bosses bei weiteren Versuchen nicht erneuert wird.
Zergen ftw ist (zumindest zu Beginn) das Motto der Bosskämpfe, wie es scheint.
Eine weitere Aufzugsfahrt später und um 2 Sonderfähigkeiten reicher ballert man sich zur Abwechselung mal durch Strassenschluchten.
An dieser Stelle sei vielleicht einmal ein kleiner Exkurs über die Gegnertypen angebracht:
Feindarten gibt es bis hierher, Bosse ausgenommen, 4 verschiedene, die allesamt irgendwie an Terminator erinnern - 5 wenn man die um ihr Leben laufenden harmlosen Arbeiter mitzählt.![]()
Über die Strasse und durch die U-Bahntunnel erreicht man schliesslich einen Abholpunkt am Ende einer durch Selbstschussgeschütze gesicherten Röhre, wo ein herbeieilendes Fluggefährt mit schwergerüstetem Verbündetem in böse aussehender Rüstung in Blau-Schwarz-Orange uns abholt und in die erste Stadt, Dome City, befördert.
Angekommen wird man vom „Boss“, einem Typen mit halbem Robotergesicht, begrüsst, der einen, irgendetwas unverständliches von Haven und Commonwealth murmelnd, in seiner Stadt willkommen heisst.![]()
Schnitt, und man steht in einer Masse von umherwuselnden Spielern, scheinbar hat nun das Multiplayer begonnen.
Tja, und das war Charaktererstellung und Tutorial.
Ersteindruck des Spiels: Ich fürchte ich habe, wenn Gruppenspiel und PvP das Ganze nicht nochmal rumreissen, 40 Euro in den Sand gesetzt.
Die Grafik ist wirklich bestenfalls unspektakulär, Actionfeeling kommt trotz permanentem Geballer im PvE nicht wirklich auf. Defensive Taktiken wie wie sich verstecken oder hinter Hindernissen Deckung suchen gibt es schlichtweg nicht und die gegnerische KI verhält sich in etwa so intelligent wie schwedisches Knäckebrot.
Bleibt abzuwarten was das Spiel im weiteren Verlauf und in Kooperation mit oder gegen andere Spieler noch retten kann.
To be continued.







